Verpennt, verschlafen, aus. Digitalisierung adieu, hallo Amerika und China! Eine Abrechnung mit Digitalisierungsgegnern (Teil 2)

Einige Vordenker haben es bereits gesagt und ich wiederhole es an dieser Stelle: Deutschland verpennt die Digitalisierung und erwacht umgeben von amerikanischen Innovationen und chinesischen Investoren, die Deine, Ihre, unsere zukünftigen Arbeitgeber sein werden. Wir brauchen wirtschaftliche und politische Antworten auf die Fragen, die sich seit Jahren stellen. Und wir brauchen eine innovationsfreundliche Kultur in unseren Unternehmen, die Ängste abbaut und Neuerungen fördert.

 

Vorschläge für Wege aus dem Dilemma

 

  • Seien Sie innovativ und interessiert, nutzen Sie die Ressourcen Ihres Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter und überlegen Sie sich endlich eine Strategie, wie Unternehmen, soziale Einrichtungen und die öffentliche Verwaltung in die Neuzeit kommen. Geben Sie Raum für kuriose Ideen!
  • Falls Sie produzierend sind, benennen Sie einen CDO oder zumindest einen Verantwortlichen, der ausschließlich für das Thema „Digitale Transformation“ abgestellt ist mit einem eigenen Team (je nach Unternehmensgröße).
  • Richten Sie den Fokus konsequent in die Zukunft: Schön, wenn es früher gut geklappt hat. Das sind Artefakte, die man würdigen muss und vor allem, aus denen man für die Zukunft lernen kann. Welche CHANCEN haben wir mit einer digitalen Arbeitsweise, wie können Mitarbeitende einbezogen und Arbeitsplätze erhalten oder sogar ausgebaut werden, sofern an anderer Stelle welche wegfallen.
  • Behalten Sie den Blick nach außen und von außen. Zu viele Organisationen schauen nur nach innen und schwimmen im eigenen Saft. Gehen Sie zu Universitätsvorträgen, lesen Sie Literatur zum Thema und reflektieren Sie in Ihrem Führungsstab darüber. Nur wer Positionen kennt kann sich selbst positionieren!
  • Entwickeln Sie eine digitale Vision, die Ihnen behagt! Wenn wir heute in den Nachrichten oder Beiträgen hören „die Digitalisierung wird die Arbeitswelt umwerfen“, dann haben viele eine ungewisse Zukunft vor Augen, die Unbehagen auslöst. Formulieren Sie positiv und entwickeln Sie eine digitale Unternehmensvision, die mit Ihren Unternehmenswerten im Einklang ist.
  • Zukunft gestalten: Voraussagen kann ich die Zukunft nicht, aber ich kann dazu ermuntern, sie aktiv zu gestalten. Wer anpackt, Ideen und Szenarien entwickelt, kann immerhin Einfluss auf die Zukunft nehmen.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir die nächsten 100 Jahre auch weiterhin miteinander reden werden. Online, im Wirtshaus und in Kneipen sitzen wir vielleicht sogar mit Leuten zusammen, mit denen wir uns per Übersetzungsapp unterhalten, weil wir sonst ihre Sprache nicht verstehen. Digitalisierung kann Brücken bauen und Mauern einreißen, uns Freizeit verschaffen und das alltägliche Leben bequemer und leichter machen, wenn wir sie aktiv gestalten. Das kann mit europaweiten Initiativen zum Thema beginnen, verlangt aber auch jedem Einzelnen eine Neuausrichtung des eigenen Denkens ab.

Die beiden Blogtexte (Teil 1 und 2) sind ein Ergebnis aus zahlreichen Gesprächen über viele Jahre mit Führungskräften und Mitarbeitenden verschiedener Branchen, mit Professoren, Studierenden und den Recherchen zu meiner Dissertation. Die immer wiederkehrenden Phrasen und dystopischen Schreckensbilder, haben mich diese Zeilen verfassen lassen.

Ich freue mich über jeden konstruktiven Kommentar oder auch über eine Gegenrede zum Thema. Denn letztlich basieren diese Ausführungen auf meiner persönlichen Meinung, meinen Erfahrungen und Werten.

 

Herzlich, Ihr

Benjamin Rahn

 

Hier geht’s zu Teil 1

 

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